Tipps vom Profi

Für Hundehalter

5 goldene Regeln für Hundehalter

  1. Der pflichtbewusste Hundehalter hat seinen Hund jederzeit unter Kontrolle.
  2. Der vorbildliche Hundehalter nimmt Rücksicht auf Spaziergänger, Jogger, Velofahrer, sorgt dafür , dass sein Hund keine anderen Tiere jagt und trägt Sorge zu Natur und Umwelt.
  3. Der verständnisvolle Hundehalter ermöglicht seinem Hund regelmässig Sozialkontakte.
  4. Dem verantwortungsbewussten Hundehalter liegt die Gesundheit seines Hundes am Herzen.
  5. ROBIDOGPFLICHT ist Ehrensache.

 Tipps für den Umgang von Kindern mit Welpen, Sozialisierung des Welpen

  • Machen Sie einen Welpen niemals mit aufgedrehten Kindern bekannt. Bringen Sie Ihren Kindern schon früh das Konzept der ruhigen und bestimmten Energie bei.
  • Zeigen Sie Kindern die korrekte Begrüssung eines Hundes, den man weder anfasst noch anspricht noch ansieht, bis er signalisiert, dass er weiteren Kontakt wünscht.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Kinder in den ersten Tagen nach der Ankunft nur eingeschränkten Umgang mit ihm haben und ihm gegenüber stets ruhig und gelassen sind.
  • Klären Sie Ihre Kinder darüber auf, was Führung bedeutet, und zeigen Sie ihnen, wie man die Erregung eines Welpen dämpft, falls er beim Spielen zu grob wird. Was bei einem winzigen Welpen noch niedlich ist, könnte bei einem grösseren Tier gefährlich werden.
  • Erlauben Sie einem Kind niemals, einen Welpen zu necken.
  • Unterbinden Sie derbe Vergnügungen wie Raufen, Tauziehen, Wegnehmen und Spielbeissen. Ermutigen Sie Ihre Kinder, mit dem Hund Spazieren zu gehen und sich Betätigungen wie dem Apportieren, Schwimmen. Übungen zu widmen, die das Tier fordern.
  • Bringen Sie Ihre Kindern bei, dass jedes Spiel mit dem Welpe einen Anfang und ein Ende haben muss.

 

Für Nicht-Hundehalter

5 goldene Regeln für Nicht-Hundehalter

Nicht jeder Hund ist ein aggressives Tier!! Das Beachten von einigen einfachen Verhaltensregeln hilft, Unfälle zu verhüten. Kommunikation und gegenseitige Rücksichtnahme erlauben ein angenehmes Zusammenleben.

  1. Bei Begegnungen mit einem Hund sich ganz normal verhalten.
  2. Dem Hund nicht direkt in die Augen schauen.
  3. KEINE hektischen Bewegungen.
  4. Velofahrer und Jogger sollten sich IMMER bemerkbar machen, damit der Hund abgerufen werden kann. Beim Kreuzen das Tempo verlangsamen.
  5. Keine fremden Hunde anfassen und/oder füttern, ohne vorher die Erlaubnis des Besitzers erhalten zu haben.

"Hunde merken, dass ich Angst habe"

Wer Angst hat, sondert Stoffe in die Luft ab, die der Hund wahrnehmen kann. Gleichzeitig haben ängstliche Leute die Tendenz, sich zu versteifen und den Hund mit den Augen zu fixieren. all dies geschieht unbewusst! Für einen Hund ist eine steife Haltung ein Zeichen von Dominanz. Das Fixieren mit den Augen ist eine Drohung. Hunde nehmen diese Botschaften wahr, und einige reagieren darauf aggressiv. Wenden Sie deshalb Ihren Blick vom Hund ab, wenn Sie Angst haben.

"Ich möchte einen Hund streicheln"

Fragen Sie zuerst den Besitzer um Erlaubnis! Warten Sie seine Antwort ab. Je nach Situation könnte er auch ablehnen. Falls er einverstanden ist, rufen Sie den Hund zuerst bei seinem Namen oder lassen Sie ihn vom Besitzer rufen. Falls der Hund nicht kommt, lassen Sie ihn in Ruhe. Halten Sie sich fern, wenn ein Hund alleine ist, auf seinem Hundebett liegt, frisst, schläft, ein Spielzeug hat oder wenn es sich um eine Hündin mit Jungen handelt.

"Ich habe Angst vor Hunden - Tipps zur Biss-Prävention"

Sie sind kein Hundebesitzer. Es spielt keine Rolle, ob Sie Angst vor Hunden haben, ob Ihnen diese gleichgültig sind oder ob Sie sie mögen. Eine Situation kennen Sie leider nur zu gut: Ein freilaufender Hund kommt auf Sie zu, und weit und breit ist kein Besitzer in Sicht. Glücklicherweise sind die meiste Hunde nicht aggressiv. Im Folgenden finden Sie einige Tipps, die besonders für Menschen gedacht sind die Angst vor Hunden haben. Wenn Sie keinen Kontakt mit einem entgegenkommenden Hund aufnehmen wollen, ignorieren Sie ihn und er wird Sie ebenfalls ignorieren.

  • Machen Sie ruhige Bewegungen.
  • Bleiben Sie still.
  • Wenden Sie den Blick ab. gehen Sie langsam weiter.  

Einfacher gesagt als getan!?!? Üben Sie zuerst mit Hunden, an denen Sie schon öfters problemlos vorbeigegangen sind.

Was tun bei Problemen mit einem Hund.

Knurren, mit dem Blick fixieren, Zähne zeigen, das Nackenfell sträuben oder sich versteifen sind beim Hund Drohungen. Ihnen kann ein Angriff folgen. Wenn Sie sich von einem Hund bedroht fühlen oder angegriffen werden:

  • halten Sie an.
  • Wenden Sie Ihren Blick ab.
  • Lassen Sie die Arme hängen.
  • Atmen Sie tief durch.
  • Gehen Sie langsam weg.
  • Der Hund verliert das Interesse an einer Person, die still und unbeweglich ist und entfernt sich. Jede Bewegung hingegen zieht seine Aufmerksamkeit an.

Velofahrer und Jogger

Ihre schnellen Bewegungen können beim Hund ein Verfolgungsverhalten auslösen, das der Hundehalter möglicherweise nicht unter Kontrolle hat.

  • Machen Sie sich früh genug beim Besitzer bemerkbar, damit dieser Zeit zum Reagieren hat und seinen Hund herbeirufen kann, solange Sie noch auf Distanz sind.
  • Wenn Ihnen ein Hund nachrennt, stoppen und warten Sie, bis der Besitzer ihn wieder unter Kontrolle hat.

 

Saisonales

Knallerei am Silvester und 1. August - Tipps für den Hund gegen die Angst    

Was für Menschen ein schöner Brauch, ist für den Hund sehr oft eine Qual. Schliesslich versteht er ja auch nicht, was der Trubel soll. Viele Hunde leiden unter grosser Angst, haben Stress, zittern, jaulen bis hin zu Durchfall und Erbrechen. Beruhigen nützt leider wenig. Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihrem Hund den Jahreswechsel erleichtern können:
Am besten lassen Sie Ihren Hund im Haus und schliessen Fenster, Türen und Vorhänge um Geräusche und Lichteffekte möglichst gut abzuschirmen. Natürlich ist auch Ihr Verhalten ganz wichtig. Übertriebenes Zureden und Streicheln kann genau nach hinten los gehen, denn der Hund fühlt sich in seiner Angst noch bestätigt. Er soll aber auf jeden Fall wissen, dass Sie für ihn da sind. Daher:

  • Vielleicht geben Sie ihm die Möglichkeit, dass er sich zu ihnen kuscheln kann, wenn er es möchte, und Sie versuchen, beruhigend auf ihn einzuwirken, wenn er Anzeichen von Angst und Stress zeigt. Z.B. indem Sie etwas zu ihm sagen, das ihm Sicherheit gibt. Auch wenn es schwer ist, ist es am besten, Ruhe zu bewahren und dem Hund zu vermitteln, dass es keinen wirklichen Grund zur Angst gibt. Ihre Stimmung beeinflusst die Ihres Hundes enorm.
  • Den Hund an Silvester oder am 1. August keinesfalls von der Leine lassen, auch wenn er sonst frei läuft. Jedes Jahr werden verängstigte Hunde aufgelesen. Durch einen Knaller erschreckt, laufen sie weit weg und verlieren die Orientierung. Die Gassigehrunde am besten auf sehr kurze Gänge in der Nähe des Hauses reduzieren. So hat der Hund das Gefühl, schnell wieder nach Hause flüchten zu können. Was längere Spaziergänge betrifft, vermeiden Sie besonders bei sehr ängstlichen Hunden an den Tagen rund um die Knallerei einen längeren Spaziergang im Stammrevier. Dann bleibt später keine schlechte Erinnerung daran zurück.
  • Gehen Sie früh spazieren, da es dann meist weniger schlimm ist als gegen Abend. Spaziergang auf diese Tageszeit legen und nachher nur mehr kurze Gassirunden machen.
  • Was sonst noch hilft: Bachblüten Notfalls-Tropfen bzw. noch besser eine individuelle Bachblüten-Mischung für Ihren Hund (schon ein paar Tage vorher beginnen!), Beruhigungsmusik oder aber auch der Fernseher (in einer nicht zu hohen Lautstärken, aber doch so, dass er den Lärm ein wenig übertönt). Auch ein Kauknochen, das Lieblingsspielzeug oder ein gefüllter Futterball können ablenken. Manchen Hunden hilft es auch, sich (ev. gemeinsam mit seinem Menschen) unter einer Decke verstecken zu können.

Wintertipps für Hundehalter - Wintertipps für Hunde!!   

Hundepfoten kommen während der Winterzeit mit Salz, Splitt oder mit kleinen spitzen Eiskristallen in Kontakt. Alles beansprucht die Pfotenballen so stark, dass es rasch einmal zu Verletzungen kommen kann. Es lohnt sich deshalb vorzusorgen und die Pfoten auch nach dem Spaziergang zu pflegen. Als Prophylaxe eignet sich Verschiedenes. Als erstes sollten bei langhaarigen Hunden die Haare zwischen den Pfotenballen zurück geschnitten werden, damit sich keine Schneeklumpen darin bilden können. Die restlichen Haare an den Pfoten werden vor dem Spaziergang mit einer fetthaltigen Salbe wie Vaseline oder einem Entwirrungs- und Kammspray aus dem Hundefachhandel eingerieben. Daran kann der Schnee schlecht haften bleiben oder sich zumindest leicht abstreifen lassen. Wem das Eincremen nicht so zusagt, zieht seinem langhaarigen Hund am besten Schuhe an.   Nach dem Spaziergang werden die Pfoten mit lauwarmen Wasser gewaschen und gut getrocknet, damit sie durch das Salz auf den Strassen nicht angegriffen werden. Anscliessend können sie mit Vaseline eingerieben werden, so bleiben sie geschmeidig. Damit auf dem Parkett- oder Teppichboden keine fettigen Abdrücke zurückbleiben, zieht man dem Hund am besten Socken an, bis die Vaseline eingezogen ist.   Viel Spass im Schnee!!

Hitzeschlag, was tun?

Erste Hilfe bei Vierbeiner-Hitzschlag Ein Hund mit Hitzschlag muss so schnell wie möglich an einen schattigen, gut klimatisierten Ort gebracht werden. Mit kühlen Wickeln oder fließend kaltem Wasser kann die Körpertemperatur des Hundes gesenkt werden - vorsichtig und langsam, damit der Hund keinen Schock erleidet. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die Temperatur nicht unter die Normaltemperatur fällt – also regelmäßig messen. Einem Hund, der bei Bewusstsein ist, sollte Wasser angeboten werden. Achtet aber darauf, dass er nicht zu hastig trinkt. Ein bewusstloser Hund gehört an den Tropf, ihm Wasser einzuflößen wäre zu gefährlich. Ist der Hund bewusstlos, ist es wichtig, die Atemwege frei zu halten bzw. frei zu räumen, wenn sie beispielsweise von Erbrochenem blockiert werden. Gebt dabei Acht, dass die Fremdkörper nicht noch weiter in die Atemwege hinein geschoben statt hinausbefördert werden. Behutsame Massagen können den Kreislauf des Tieres zusätzlich anregen. Selbstverständlich muss das Tier so schnell und stressfrei wie möglich zum nächsten Tierarzt gebracht werden. Für so einen Fall hält man die Telefonnummer des tierärztlichen Notdienstes am Besten immer parat.

Hitze, Hund bei hochen Temperaturen bitte nicht im Auto lassen.

Hitzeentwicklung im Auto
Bereits bei einer Aussentemparatur von 20°C kann es für unsere Hunde im Auto gefährlich wenn nicht sogar lebensbedrohlich werden. Auch Schattenparkplätze oder geöffnete Fenster lindern die Gefahr nicht wirklich.

Aussentemperatur Innentemperatur nach
  5 Minuten 10 Minuten 30 Minuten 60 Minuten
20° 24° 27° 36° 46°
22° 26° 29° 38° 48°
24° 28° 31° 40° 50°
26° 30° 33° 42° 52°
28° 32° 35° 44° 54°
30° 34° 37° 46° 56°
32° 36° 39° 48° 58°
34° 38° 41° 50° 60°
36° 40° 43° 52° 62°
38° 42° 45° 54° 64°
40° 44° 47° 56° 68°

 

ab orange bereits Lebensgefahr!

 

Allgemeines

Ein Welpe kommt ins Haus - Einzug in ein neues Zuhause

Alles dreht sich um den Hund, Klar, dass der süsse Welpe das ganze Denken beeinflusst! Alle freuen sich riesig. Man liest Hundezeitschriften und Bücher zum Thema. Man spricht mit Hundehaltern im Quartier an und streckt die Fühler aus nach einer geeigtneten Hundeschule. Es ist sinnvoll sich jetzt schon zu informieren. Hie und da besucht man den kleinen Wicht. Die Züchter sind sicher bereit, regelmässig Besuch zu empfangen und haben Verständnis, dass man sich kaum trennen kann. Sie sind aber froh, wenn man Mass hält und sich jeweils anmeldet für den nächsten Besuch. In der Regel sind ja mehrere zu den Welpen gehörende Personengruppen zu betreuen. Die kleinen Tiere und deren Mutter brauchen zudem ihren Rhythmus und die festen Schlafzeiten. Zu den aktuellen Fragen gehört diejenige nach notwendigen Vorkehrungen und Anschaffungen:

Der Hund braucht einen Schlafplatz. Er liegt gerne an einem geschützten Ort, wo er die Übersicht hat (nur am Anfang). Ob man eine Matratze herrichtet, ein Körbchen oder eine Box, auch Kennel genannt, ist geschmackssache.

Ferner braucht man einen Napf fürs Futter und einen zweiten fürs Wasser.

Die Auswahl an Bürsten im Fachgeschäft ist gross, auch bei Leinen und Spielzeug hat man die Qual der Wahl.

Für den Kauf des Halsbandes lohnt es sich, die richtige Länge beim Züchter zu erfragen. Eines, das sich zudem verstellen lässt, wäre sinnvoll. Schwelgen im Zoofachhandel gehört zur Vorfreude.  

LETZTE VORBEREITUNGEN: Der grosse Moment naht. Versäuberungsplatz und nahe Spazierwege sind zu erkunden, der künftige Tagesablauf spätestens jetzt zu überdenken. Der Garten und der Wohnung wird nochmals kritisch angeschaut in Bezug auf Giftplanzen. Die Katze hat sich an den neuen, höher gelegenen Fütterungsplatz gewöhnt. Bei der Treppe ist ein Absperrgitter montiert, sofern der dahinter liegende Bereich für den Welpen tabu ist. Beim letzten Besuch bespricht man mit dem Züchter den Zeitpunkt der Übergabe und die Heimreise. Selten bis nie werden alle Wurfgeschwister am selben Tag die Zuchtstätte verlassen. Nach Möglichkeit übernimmt man das Tierchen am Morgen, damit zu Hause viel Zeit bleibt zum Einleben.  

ENDLICH. Es ist soweit!! Man fährt zum vorläufig letzten mal den Weg. Es ist ratsam, mindestens zu zweit hinzugehen, damit eine Person dem neuen Kumpan auf dem Heimweg Wärme geben kann, und natürlich auf einer Wolldecke die ein Moment bei der Züchter gewesen ist um so der Geruch vom Mutter und Geschwister an zu nehmen.Bestimmt hat der Züchter die letzte Fütterung so geplannt, dass sie bei der Abreise gute zwei Stunden zurückliegt. Sie werden Zeit haben für die letzten Fragen, denn mit dem kleinen Fellbündel übernimmt der Käufer auch die ganze Fürsorge und Verantwortung. Natürlich steht ein guter Züchter, oder eine gute Züchterin auch weiterhin beratend zur Verfügung. Ein schriftlicher Kaufvertrag regelt das Juristische. Ausserdem sollten gleichzeitig Stammbaum, Impfausweis, Impfplan, Anis-Formular bei gechippten Hunden (seit 1-1-2007 pflicht), vielleicht auch Informationen über den Rassenclub vorliegen. Wenn der Züchter gar noch ein Kotsäcklein für die Heimfahrt bereithält und die wichtigsten Tipps für die Übernahme mit seiner Telefonnummer zusammengestellt hat, ist vom Organisatorischen her alles in die Wege geleitet. Gut möglich dass das Tierchen die erste Reise im Auto verschläft. Sollte es während der Fahrt unruhig werden, muss es vielleicht hinaus. Zur Sicherheit trägt es das Halsband. So kann es an der Leine den Strassenrand beschnuppern oder sich versäubern. Bevor das Hündlein ins neue Heim gebracht wird, darf es den zukünftigen Versäuberungsplatz kennen lernen. Wenn es dort das Erwartete verrichtet, wird es überschwänglich gelobt. Vielleicht klappts jedoch nicht auf Anhieb. Wappnen Sie sich mit Geduld. Das Versäubern am richtigen Ort will gelernt und geübt sein. Nun geht man gemeinsam auf Erkundigungstour im Haus. Der Schlafplatz und die angrenzenden Räume werden gezeigt. Es braucht Zeit, das alles zu beriechen. Bald kann man die erste Mahlzeit am vorgesehenen Fressplatz anbieten. Unmittelbar nach dem Füttern bringt man den Welpen abermals zum Versäuberungsplatz. Sollte er dort seine Notdurft verrichten, wird er wieder kräftig gelobt da für. Rasch wird der Welpe müde sein von den vielen Eindrücken. Wir bringen ihn zu seinem Schlafplatz und setzen uns dazu, damit er sich nicht alleingelassen vorkommt.

Tiere sind keine Geschenke

Der Wunsch nach einem Heimtier ist häufig bei Kindern und auf Weihnachten hin droht man als Eltern schwach zu werden. Aber: Die Anschaffung eines Tieres will wohlüberlegt sein und als spontanes Geschenk zu Weihnachten eignen sich weder Hund noch Meerschweinchen. Ein Tier bedeutet Verpflichtungen und auch eine grosse Verantwortung. Aus einer Laune heraus sollte ein Tier nicht in die Familie aufgenommen werden, sei der kleine Welpe noch so süss. Dass die Anschaffung nicht in jedem Fall gut überlegt ist, das beweisen leider auch die vielen Tiere, die jedes Jahr nach Weihnachten in den Tierheimen abgegeben werden. Sei es aus Zeitmangel oder weil die Betreuung aufwändiger ist, als man sich das vorgestellt hat.   Ein Hund - oder auch ein anderes Heimtier - kann das Familienleben enorm bereichern. Damit es aber eine für beide Seiten glückliche Beziehung werden kann, muss man sich vorbereiten. Ein Tier ist ein eigenständiges Lebewesen, das Zuwendung und Zeit braucht.   Es ist die Aufgabe der Eltern, Vernunft walten zu lassen. Kinder sind leicht zu begeistern und hätten lieber heute als morgen ein eigenes Tier - sei es ein Hund, eine Katze oder zwei, drei Kaninchen. Kinder können aber nicht abschätzen, was es auf längere Zeit heisst, für ein Tier verantwortlich zu sein. Welcher Rasse passt zu uns?   Es ist wichtig, dass man der Frage, welcher Rasse zu einem passen könnte, auf den Grund geht. Und zwar vor der Anschaffung. Für die einen ist ein lebhafter Hund genau das richtige, andere wären überfordert. Tiere können die Entwicklung eines Kindes positiv beeinflussen, das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Man sollte ihnen aber nur einen Teil der Verantwortung für das Tier zumuten. Je nach Alter des Kindes kann es mehr und wichtigere Aufgaben bei der Betreuung des Tieres übernehmen. Die Entscheidung für oder gegen ein eigenes Heimtier müssen die Eltern fällen, denn die generelle Verantwortung für das Tier liegt bei ihnen (auch juristisch). Am besten ist, man macht ein Familienprojekt daraus: Wenn alle mithelfen, kann man nicht nur die Freude am tierischen Begleiter teilen sondern auch die Pflichten.

Hundeeinsatz im Getreide birgt Risiken

Es begann im Juli nach einem Pirschgang und kurzem Toben im Getreidefeld – der zweijährige Große Münsterländer Artus hustet. Es hört sich an, als ob er etwas im Hals stecken hat. Der Tierarzt behandelt zunächst mit pflanzlichen Mitteln gegen Zwingerhusten. Der Hinweis der Besitzer, dass Artus durch ein Getreidefeld gerannt sei und vielleicht eine Ühre verschluckt hat, wird nicht ernst genommen.

Als der Husten nach einer Woche immer noch nicht besser ist, kommen Antibiotika zum Einsatz – ebenfalls erfolglos. Nach weiteren Wochen Husten wird ein Röntgenbild gemacht: Diagnose vergrößertes Herz. Es folgt die Überweisung in eine Klinik zum Herzultraschall. Der dortige Tierarzt erklärt nach kurzer Untersuchung, der Hund habe eine Erweiterung des Herzmuskels (Dilatative Cardiomyopathie, DCM), eine Erbkrankheit. Die Frage der Besitzer, ob es nicht doch ein Fremdkörper sein könnte, wird ignoriert. Sie werden mit Herzmedikamenten und dem Hinweis, den Hund ab sofort nur noch an der Leine zu führen damit er sich nicht anstrengt, heimgeschickt.

Inzwischen ist es Herbst und statt seinem Besitzer beim Jagen zu helfen, muss Artus daheim beim Frauchen bleiben – er hustet nämlich immer noch. Ein erneuter Besuch beim „Spezialisten“ bleibt ohne Erfolg.

Als der Husten über den Winter immer schlimmer wird und sich auch noch stinkender Mundgeruch einstellt, werden die Herzmedikamente weiter erhöht.

An Ostern kollabiert Artus und erstickt fast. Der Haustierarzt verschreibt hochdosierte Entwässerungstabletten und ein weiteres Herzmedikament, Artus hustet immer noch und wird von Tag zu Tag schwächer. Hund und Besitzer sind am Ende ihrer Kräfte.

Anfang Mai nehmen sie dann auf Rat der Züchterin den zweistündigen Weg in eine andere Klink auf sich, um eine weitere Meinung einzuholen. Die dortigen Untersuchungen ergeben eine gute und eine schlechte Nachricht: Artus hat keine DCM, sein Herz ist nur minimal vergrößert. Dafür zeigen sich aber auf dem Röntgenbild starke Verschattungen des rechten Lungenlappens. Die anschließende Bronchoskopie in Vollnarkose bringt die schlechte Nachricht: Artus hat eine Getreideähre in der Lunge! Die hat sich in den letzten neun Monaten immer weiter nach hinten gearbeitet und eine massive Entzündung mit eitrigem Lungenabszess verursacht. Der Versuch, die Ühre mit einer Zange zu entfernen schlägt fehl, aber immerhin kann der Abszess eröffnet werden. Artus bekommt wieder Antibiotika und nachdem ein Spezialaufsatz für das Endoskop bestellt wurde, folgt nach drei Wochen erneut eine Bronchoskopie. Für die Besitzer sind es bange Stunden, denn wenn es wieder nicht gelingt, die Ühre auf diesem Weg zu entfernen, droht Artus eine Lungenoperation mit Eröffnung des Brustkorbs. Nach zwei Stunden ist es aber zum Glück geschafft – der Tierarzt kann erleichtert Artus´ Besitzern die Ühre zeigen, die er als Ganzes mit dem Endoskop durch die Luftröhre entfernen konnte!

Von nun an geht es Artus täglich besser – er frisst wieder gut, sprüht vor Lebensfreude, kann seinen Besitzer beim Jagen begleiten und vor allem ER HUSTET NICHT MEHR!!!

Dieser Fall soll ein Beispiel sein, welche Risiken ein Abstecher ins Getreidefeld für unsere Hunde mit sich bringen kann und ein Appell an die Hundebesitzer, ihre Hunde nicht ins Getreide zu lassen. Denn Ühren oder Grannen können nicht nur in der Lunge landen. Auch im Rachen, in der Nase, den Augen oder den Ohren können sie große Probleme verursachen. Dringen sie zwischen den Zehen ein und bleiben dort stecken, können sie zu Lahmheit und schmerzhaften Schwellungen führen. War der Hund trotzdem mal im Getreide (z. B. bei einer Nachsuche), sollte man unbedingt auf folgende Symptome achten: Husten oder Würgen können Anzeichen für einen Fremdkörper im Maul, Rachen oder Lunge sein. Ebenso Schwellungen am Kiefer oder Hals. Plötzliche Kopfschiefhaltung und ständiges Schütteln können durch eine Granne im Ohr verursacht sein. Da diese meist in der Tiefe des Ohrs kurz vor dem Trommelfell stecken, muss eine genaue Untersuchung durch den Tierarzt vorgenommen werden. Vorsicht bei der Anwendung von Ohrentropfen ohne vorherige Untersuchung – bei perforiertem Trommelfell kann das Mittelohr geschädigt werden.   Plötzliches heftiges Niesen oder einseitiger Nasenausfluss können Symptome eines Fremdkörpers in der Nase sein. Gelangt eine Granne ins Auge drohen Hornhautverletzungen – zum einen durch die scharfen Widerhaken der Granne, zum anderen aber auch durch das Reiben und Kratzen des Hundes am Auge. Sollten derartige Probleme auftreten, informieren Sie ihren Tierarzt, dass der Hund im Getreidefeld war – er wird bei diesem Vorbericht eventuell andere bzw. weiterführende Untersuchungen vornehmen. Da pflanzliche Teile leider nicht auf dem Röntgenbild sichtbar sind, kann je nach Lokalisation des Fremdkörpers eine Endoskopie oder sogar eine Computer- bzw. Kernspintomographie nötig sein. Auch wenn das zum Glück nicht allzu häufig der Fall sein wird, sollte man gerade bei langwierigen, nicht auf eine „Standard-Therapie“ ansprechenden Erkrankungen an Artus´ Geschichte denken und falls nötig auch eine zweite oder dritte tierärztliche Meinung einholen.

 

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